[Rezension] "Ransom Canyon" von Jodi Thomas

Klappentext: 

Ransom Canyon hat alles: Cowboys und Liebhaber, Familie und Heimat, Betrug und Herzschmerz

Ein schroffer, verschwiegener Rancher. Eine zurückgezogen Lebende junge Frau. Ein Sohn, der es zu mehr bringen will als sein Vater. Ein Verbrecher auf der Flucht vor seiner Vergangenheit.

In dieser fesselnden Familiensaga von New-York-Times-Bestsellerautorin Jodi Thomas treffen die Leben, die Lieben und die Ambitionen von vier Familien aufeinander. Am Ransom Canyon in Texas kämpfen sie mit Leidenschaft und Stolz für das, was ihnen gehört – und setzen dabei alles aufs Spiel.


Meine Meinung: 

"Ransom Canyon" von Jodi Thomas hat mein Interesse aufgrund des Klappentext geweckt. Verspricht dieser doch eine bewegende Geschichte voller zwischenmenschlicher Konflikte, großer Gefühle und schwieriger Lebensentscheidungen. Leider konnte mich der Roman letztlich nur bedingt in seinen Bann ziehen, was vor allem daran lag, dass zu die Handlung aus zu vielen verschiedenen Sichtweisen erzählt wird, was es schwierig macht so recht in die Handlung reinzukommen. 

Im Mittelpunkt der Handlung stehen mehrere Charaktere, deren Geschichten und Schicksale miteinander verwoben sind. Dabei wird das Geschehen immer wieder aus wechselnden Perspektiven erzählt. Gerade zu Beginn hatte ich deshalb einige Schwierigkeiten, richtig in die Handlung hineinzufinden und einen Zugang zu den einzelnen Figuren zu entwickeln. Mir persönlich waren es schlichtweg zu viele Erzählperspektiven, was den Einstieg in die Handlung erschwert hat. Hier hätte Jodi Thomas meiner Meinung nach gut daran getan, sich auf weniger Charaktere zu konzentrieren und deren Geschichten dafür etwas ausführlicher zu erzählen.
Denn grundsätzlich bringt jede Figur ihr eigenes Päckchen mit sich, die Spannung erzeugen können. Und so bleiben zwischenmenschliche Konflikte, schwierige Beziehungen und emotionale Verwicklungen natürlich nicht aus. Allerdings fehlte mir gerade bei diesen Entwicklungen stellenweise die nötige Tiefe. Mit etwas mehr Raum hätte die Autorin die Konflikte und Beziehungen zwischen den Figuren intensiver ausarbeiten und dadurch auch für mehr emotionale Momente sorgen können.

Was mir hingegen gut gefallen hat, ist die bildhafte Sprache von Jodi Thomas. Man kann sich die Umgebung und insbesondere das raue Leben auf den Ranches sehr gut vorstellen. Es gelingt ihr ausgesprochen gut, die harte Atmosphäre des Rancherlebens einzufangen und dem Setting eine gewisse Authentizität zu verleihen. Ihr Schreibstil ist dabei angenehm einfach, aber durchaus emotional, sodass sich die Geschichte grundsätzlich flüssig lesen lässt. Umso bedauerlicher fand ich es, dass die vielen Perspektivwechsel meinen Lesefluss gerade am Anfang immer wieder unterbrochen haben.
Mit knapp über 300 Seiten hätte der Roman meiner Ansicht nach zudem durchaus noch etwas mehr Umfang vertragen können. Ich hatte während des Lesens immer wieder das Gefühl, dass der Handlung ein wenig die Luft zum Atmen fehlt. Rund 100 zusätzliche Seiten hätten den einzelnen Figuren, ihren Konflikten und insbesondere den Spannungsbögen sicherlich gutgetan. So manches hätte ausführlicher erzählt werden dürfen, denn gerade die tiefergehende Auseinandersetzung zwischen den Charakteren ist für mich zu kurz gekommen. Auch bei der Dramatik hätte Jodi Thomas meiner Meinung nach noch eine Schippe drauflegen können.

„Ransom Canyon“ bildet die Grundlage für eine Netflix-Serie, die ich bislang allerdings noch nicht gesehen habe. Nach meiner Lektüre verspüre ich ehrlich gesagt auch nicht unbedingt den Wunsch, dies nachzuholen.

Fazit:
„Ransom Canyon“ von Jodi Thomas ist für mich ein eher mittelmäßiger Roman, der durchaus einige gute Ansätze mitbringt, sein Potenzial aber leider nicht vollständig ausschöpft. Die bildhafte Sprache und die gelungene Darstellung des rauen Rancherlebens konnten mich zwar überzeugen, die vielen Erzählperspektiven und die fehlende erzählerische Tiefe haben mein Lesevergnügen jedoch spürbar geschmälert. 
Insgesamt hatte ich mir von der emotionalen Geschichte einfach etwas mehr versprochen. Auch wenn sich das Buch angenehm lesen ließ, hat es bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und ehrlich gesagt auch nicht unbedingt das Interesse an weiteren Bänden der Reihe geweckt.
Daher kann ich auch nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. 

Note: 3- (💗💗💗)



                                                                                                 

Buchinformationen:

Verlag: HarperCollins
Veröffentlichung: 25.11.2025
ISBN: 9783365012277
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
Sprache: Deutsch
Abmessungen: 186(h) x 125(w) x 26,5(d) mm

Autoreninfo:

Die New-York-Times-Bestsellerautorin Jodi Thomas ist Texanerin der fünften Generation und lässt viele ihrer Geschichten in ihrem Heimatstaat spielen, wo ihre Großmutter in einem Planwagen geboren wurde. Sie hat über 30 Bücher in den Genres historische und zeitgenössische Liebesromane veröffentlicht. Neben ihrer Arbeit als Romanautorin ist Thomas auch als Writer in Residence auf dem Campus der West Texas A&M University tätig, wo sie Studenten und Absolventen zum Schreiben inspiriert. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Amarillo, Texas.


Quellen Klappentext, Buchinformationen & Autoreninfo: HarperCollins Verlag





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Gemeinsam lesen] 11.10.2016

Gemeinsam Lesen #146

[Gemeinsam lesen] 29.11.2016